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HAUPTLAGER — B2B-Bestellplattform für einen Wiener Gastronomie-Großhändler
AUSGANGSLAGE

Herausforderung

Ein Wiener Großhändler beliefert rund 600 Restaurants, Cafés und Hotels mit Lebensmitteln und Getränken. Bestellt wird per Telefon, Fax und WhatsApp — meist spätabends nach Küchenschluss. Am nächsten Morgen überträgt der Innendienst jede Bestellung von Hand ins Warenwirtschaftssystem. Fehler sind häufig, Rückfragen kosten Zeit, und die Kund:innen haben keinen Überblick über ihre Preise, den Lieferstatus oder offene Rechnungen.

~600
Gastronomiebetriebe als Kunden
15 Min.
pro Bestellung am Telefon
3 Kanäle
Telefon, Fax, WhatsApp. Kein System
23 Uhr
typische Bestellzeit nach dem Service
NUTZER:INNEN

Nutzerbedürfnisse

Es gibt zwei sehr unterschiedliche Nutzer:innen. Der Küchenchef bestellt nach dem Service — müde, mit dem Smartphone, in wenigen Minuten. Er bestellt fast immer dasselbe und braucht vor allem eine schnelle Nachbestellung. Die Geschäftsführung bestellt selten selbst, will aber Kontrolle: Budgets, Freigaben und Rechnungen an einem Ort.

Thomas, 41

Küchenchef · bestellt 3× pro Woche

  • Bestellt um 23 Uhr, im Stehen, mit einer Hand
  • Kennt seine Artikel. Sucht nicht, bestellt nach
  • Will sicher sein, dass die Ware um 7 Uhr da ist

„Ich will nicht shoppen. Ich will dasselbe wie letzte Woche, nur mit mehr Obers.“

Anna, 52

Geschäftsführerin · prüft wöchentlich

  • Arbeitet am Laptop, im Büro
  • Braucht Ausgabenkontrolle pro Team
  • Will Rechnungen gesammelt exportieren

„Ich muss nicht jede Bestellung sehen. Nur die, die aus dem Rahmen fallen.“

23:14 · nach dem Service
„Dasselbe wie letzte Woche — nur mit mehr Obers.“
ZIELE

Business-Ziele

Bestellungen sollen dort entstehen, wo sie gedacht werden: in der Küche, direkt nach dem Service. Der Innendienst soll beraten statt abtippen. Und jede Bestellung soll den Kund:innen mehr Überblick geben, nicht weniger.

80 %
Ziel: Anteil digitaler Bestellungen
−90 %
Ziel: weniger Bestellfehler
3 Min.
Ziel: Bestellzeit statt 15 Minuten
+10 %
Ziel: höherer Bestellwert durch Vorschläge
STRUKTUR

Informationsarchitektur

Die App gliedert sich in fünf Bereiche. Die Schnellbestellung ist bewusst der Startbildschirm — nicht das Sortiment. Wer 4.000 Artikel durchsuchen will, kann das; wer nachbestellen will, muss es nicht.

HAUPTLAGER — Informationsarchitektur
PROZESS

Design-Prozess

Der Prozess folgt fünf Phasen. Am Anfang stand keine Skizze, sondern ein Abend in zwei Wiener Küchen: zuschauen, wie heute bestellt wird. Die wichtigste Erkenntnis daraus prägt das ganze Produkt — niemand sucht, alle bestellen nach.

  1. 01

    Beobachten

    Zwei Küchenteams während der Bestellung begleitet, 40 Bestellungen ausgewertet.

  2. 02

    Konzept

    Nutzerrollen, Hauptablauf und Freigabelogik definiert.

  3. 03

    Wireframes

    Low-fi Screens für den Bestellablauf, mit dem Innendienst geprüft.

  4. 04

    Design

    UI und Komponenten auf Basis eines bestehenden Systems.

  5. 05

    Test

    Klickbarer Prototyp im echten Küchenbetrieb getestet.

HAUPTLAGER — Design-Prozess
OBERFLÄCHEN

Screens

Die wichtigsten Oberflächen — von der Nachbestellung um Mitternacht bis zur Freigabe im Büro am nächsten Morgen.

HAUPTLAGER — Schnellbestellung
01Schnellbestellung
HAUPTLAGER — Suche & Barcode-Scan
02Suche & Barcode-Scan
HAUPTLAGER — Artikel
03Artikel
HAUPTLAGER — Bestellung prüfen
04Bestellung prüfen
HAUPTLAGER — Lieferung & Lieferschein
05Lieferung & Lieferschein
HAUPTLAGER — Team & Freigaben · Desktop
06Team & Freigaben · Desktop
SYSTEM

Design System

Die Art Direction folgt einer Regel: harte Typografie, weiche Hände. Inhalte — Listen, Etiketten, Lieferscheine — stehen kantig im Raster, wie auf einem Karton im Lager. Alles, was der Daumen berührt, ist rund: Stepper, Tab-Leiste, Aktionen. Die Sprache kommt aus der Logistik selbst: Artikelseiten lesen sich wie Kartonetiketten, die Bestätigung wie ein Lieferschein mit Strichcode. Auch die Farben stammen aus dem Lager — das Papier der Lieferscheine, Beton und Asphalt der Rampe, das Grün der Schwerlastregale und das Signalorange der Stapler (RAL 2004). Orange steht nie als Text, nur als Fläche.

HAUPTLAGER — Design System